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Der Turm Fukuokas

Gestern war es soweit, ich stand am Eingang ihres Büros wartete und wartete. Die Uhr schlug langsam, wie mein Herz an diesem Tag. Es war 17 Uhr und es sollten noch 15 weitere qualvolle Minuten vergehen.

Mein Handy vibriert, es war soweit, sie hatte Feierabend und langsam aber stetig wuchs der Schwarm von Büroangestellten stetig an. Natürlich einige der Leute starrten mich immer noch mit verblüfftem Gesicht an, erstaunt einen so gut aussehenden Ausländer zu sehen, obwohl ich schon seit genau sieben Monaten jeden dritten und vierten Montag und jeden Donnerstag hier an dieser Stelle stehe.

Da, es war so weit, ein Engel tritt aus dem Eingang der Firma, umhüllt in hellem weißen Schein und langsam schwebte dieser Engel auf mich zu. Gemeinsam bewegten wir uns auf angepeiltes Ziel zu, dem Hardrock Cafe Fukuoka, das uns beiden sehr gut gefällt.
Die Fahrt und der Fußmarsch beruhigten meine Nerven, nichts Falsches machen. Die frische Frisur von mir war natürlich schon längst vom Wind und Regen zerstört worden, doch dies war mir vollkommen egal. Es gab was anderes, was mich schon länger beschäftigt…

Nach einem herzhafte Mahl begaben wir uns gemeinsam auf das nächste Ziel zu, dem Turm Fukuokas (Fukuoka Tower). Hände haltend gingen wir entlang der Straße und redeten über das längst im Magen befindliche Essen. Es war soweit, der Eingang zum Turm lag direkt vor uns. Meine Hände wurden nass und ich fing an zu schwitzen.

Hier sollte die entscheidende Schlacht stattfinden? Hier im Turm Fukuokas? In 116m Höhe sollte ich die Entscheidung dieses Kampfes erfragen? War es der Anfang oder das Ende? Das Ende? Der Anfang?

Der Aufzug fuhr langsam aber stetig der Aussichtsplattform entgegen, mein wundervoller Engel lächelte mich an, nichts ahnend welche Dämon in mir wüteten. Mein Magen, mein Herz und mein Körper zogen sich zusammen, aber dann mit einem kräftigen Atmen öffnete sich die Aufzugtür und gleichzeitig war mir alles bewusst.

Die Anzeige zeigte mir, was mein Körper schon lange wusste. Es war viel zu warm, es war windig und der Turm schwankte ein wenig. Als wäre mir nicht schon so schwummrig genug gewesen… Jetzt musste ich alle meine verbliebenen Nerven zusammenpacken.
Da war es unser Schloss, was wir genau vor sieben Monaten aufgehängt hatten, immer noch standen unsere Namen auf diesem, auch wenn leicht verblasst, war es dennoch zu erkennen: Chika und Oliver – 13.02.2010

Der Moment war da, ich musste handeln.

Ich nahm ihre Hand, sie fragte mich, warum ich am zittern war. Ich kniete nieder. Jetzt oder nie!!! Ich fragte die Frage, die mein Leben verändern sollte.

Chika, wir sind jetzt schon sieben Monate zusammen, sechs davon hast du mit mir zusammen gewohnt. Wir haben uns geliebt, gestritten und zusammen gelacht, nun ist es an der Zeit, einen weiteren Schritt zu machen. Willst du mich heiraten?

Ein Moment, der sich für mich wie Stunden anfühlte, der Ring in meiner Hand, ruhend in der Box, strahlte sie an und wurde immer schwerer. Mein Herz was still stand flüsterte leise, sag ja…

JA, ICH WILL.

Die Worte ließen mein Herz wieder schlagen, ließen mein Blut wieder durch den Körper strömen und es fühlte sich als wären 13000 Volt durch mich geflossen. Ihr flossen Tränen aus den Augen und über die Wangen. Mit immer noch zitternden Händen schob ich ihr den Ring sachte auf den linken Ringfinger.

Es war vollbracht, die Schlacht geschlagen und mit Bravur gewonnen. Unter Freudentränen beiderseits! Ich hatte natürlich nur was im Auge! Verließen wir nach einem Foto den Turm des Schicksals und bewegten uns langsam Richtung unseres Hauses.

Updated: 03.09.2013 — 11:30

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